Jiu-Jitsu, das wörtlich übersetzt „sanfte Kunst“ bedeutet, ist eine über 700 Jahre alte traditionelle Kampfkunst, die ursprünglich bis auf die indische Massagekunst zurückgeht und über China schließlich um 1650 in Japan eingeführt wurde. Sie wurde von den japanischen Samurai perfektioniert und stellt heute durch ständige Weiterentwicklung eine äußerst effektive Form der Selbstverteidigung dar.
Jiu-Jitsu setzt sich zusammmen aus Schlag-, Stoß-, Stich-, Ramm-, Hebel- und Wurftechniken, Zentrifugal- und Spiralbewegungen, Festhalte- und Würgegriffen.
Nachdem die Vorherrschaft des japanischen Rittertums im 19.Jhdt. zurückging, verlor das Jiu-Jitsu an Bedeutung und geriet fast in Vergessenheit. Es wurde den jungen Studenten sogar nahegelegt, die alten japanischen Bräuche abzulegen. Man versuchte zu dieser Zeit in Japan bei fast allen Dingen den Europäer zu immitieren.
Erst als ein deutscher Dozent der Medizin, Dr. Baelz, an der Universität in Tokio um 1880 die jungen Studenten für diese Kampfkunst wieder begeistern konnte, lebte das Jiu-Jitsu in Japan wieder auf.
In Europa wurde Jiu-Jitsu zu Beginn des 20. Jhdts. eingeführt, Erich Rahn war dabei Pionier des Jiu-Jitsu/Judosports in Deutschland. Er gründete 1906 die erste Jiu-Jitsu und Judoschule in Berlin. Rahn wurde am 1.5.1885 geboren und starb im Alter von 88 Jahren am 5.7.1973.